Nicht-schleudern-Zeichen richtig deuten und Wäsche schonen

10. Oktober 2026

Symbole für Wäschepflege: Trocknen, Bleichen, Bügeln, Waschen. Ein Symbol zeigt "Waschen ohne Schleudern".

Inhaltsverzeichnis

Ein Kleidungsstück tropft nach dem Waschen, und auf dem Pflegeetikett steht etwas, das wie ein Verbot des Schleuderns aussieht. Das sogenannte „Nicht-schleudern“-Zeichen ist jedoch nicht immer ein eigenes, genormtes Symbol. Ich erkläre, was die Unterstriche unter dem Waschbottich bedeuten, welche Einstellung an der Waschmaschine sinnvoll ist und wie empfindliche Textilien ohne Formverlust trocknen.

Die richtige Lesart schützt empfindliche Wäsche

  • Kein eigenes Normzeichen: Das GINETEX-System kennt kein separates Pflegezeichen ausschließlich für das Schleudern.
  • Ein Unterstrich: Das Kleidungsstück braucht einen milden Waschgang mit reduzierter Beladung und niedriger Schleuderdrehzahl.
  • Zwei Unterstriche: Es ist eine sehr schonende Behandlung mit stark reduzierter Mechanik erforderlich.
  • Bei Unsicherheit: Schleudern ausschalten, Wasser vorsichtig ausdrücken und das Textil liegend oder tropfnass aufhängen.

Pflegesymbole: Waschen, Trocknen, Bügeln, Bleichen, chemische Reinigung. Das Symbol

Was das Zeichen tatsächlich aussagt

Viele Verbraucher suchen nach einem eindeutigen Nicht-schleudern-Zeichen auf dem Waschzettel. Im offiziellen GINETEX-System gibt es dafür aber kein eigenständiges Symbol. Entscheidend ist meist der Waschbottich mit einem oder zwei waagerechten Strichen darunter.

Ein Strich bedeutet eine milde Behandlung. Die Trommel sollte weniger gefüllt werden, und die Maschine sollte mit niedrigerer Drehzahl schleudern. Zwei Striche stehen für einen sehr schonenden Prozess mit deutlich reduzierter Bewegung, wie er etwa bei Wolle oder besonders empfindlichen Fasern benötigt wird.

Ein durchgestrichenes Spiral- oder Schleudersymbol findet man dagegen vor allem auf dem Bedienfeld von Waschmaschinen. Es bezeichnet dort die Funktion „Schleudern aus“ und ist nicht mit einem eigenständigen Pflegezeichen auf dem Kleidungsstück gleichzusetzen. Diese Unterscheidung klingt nebensächlich, verhindert aber einen typischen Fehlgriff.

Ein Balken, zwei Balken oder Handwäsche

Ich lese das Pflegeetikett immer als Kombination mehrerer Hinweise. Die Waschtemperatur allein sagt noch nicht, wie stark sich die Trommel bewegen darf. Gerade bei Viskose, Wolle und feinen Mischgeweben ist die mechanische Belastung oft entscheidender als die Zahl im Bottich.

Symbol auf dem Etikett Bedeutung Sinnvolle Einstellung
Waschbottich ohne Unterstrich Normaler Waschprozess bei der angegebenen Höchsttemperatur Programm passend zur Faser und Beladung wählen
Waschbottich mit einem Strich Milder Waschgang mit reduzierter Mechanik Pflegeleicht- oder Schonprogramm, etwa 400 bis 800 Umdrehungen pro Minute
Waschbottich mit zwei Strichen Sehr schonende Behandlung, besonders wenig Bewegung Woll- oder Feinwäsche, Schleudern möglichst ausschalten
Waschbottich mit Hand Nur vorsichtige Handwäsche, nicht reiben oder auswringen Von Hand waschen und Wasser sanft herausdrücken
Durchgestrichener Waschbottich Nicht waschen Professionelle Textilpflege nach den Angaben im Etikett

Die Angabe „400 bis 800 Umdrehungen“ ist dabei nur eine praktische Orientierung, keine allgemeingültige Norm. Bei einem empfindlichen Teil mit zwei Unterstrichen würde ich den Schleudergang vollständig deaktivieren. Bei einem einzelnen Unterstrich kann eine niedrige Drehzahl genügen, sofern Material, Nahtverarbeitung und weitere Pflegezeichen das zulassen.

So stelle ich die Waschmaschine richtig ein

Bei einem sehr empfindlichen Kleidungsstück beginne ich nicht mit der höchsten erlaubten Temperatur, sondern mit der schonendsten passenden Kombination aus Programm, Beladung und Schleuderdrehzahl. Das schützt die Fasern besser, als lediglich die Temperatur von 40 auf 30 Grad zu reduzieren.

  1. Pflegeetikett vollständig lesen. Prüfe Waschtemperatur, Unterstriche, Trocknersymbol und Hinweise zum liegenden Trocknen.
  2. Trommel nicht vollstopfen. Bei einem Strich sollte sie höchstens halb, bei zwei Strichen eher nur zu einem Drittel gefüllt sein.
  3. Passendes Programm wählen. Für Wolle eignet sich ein Wollprogramm, für feine Synthetik ein Fein- oder Schonwaschgang.
  4. Schleudern reduzieren oder abschalten. Bei zwei Unterstrichen und bei Handwäsche stelle ich grundsätzlich 0 Umdrehungen ein.
  5. Textil sofort entnehmen. Nasse Wäsche sollte nicht stundenlang zusammengedrückt in der Trommel liegen.

Für die richtige Programmwahl bei empfindlichen Kleidungsstücken lohnt sich auch ein Blick auf den Schonwaschgang. Er reduziert die Bewegung in der Trommel, ersetzt bei einem ausdrücklichen Schleuderverzicht aber nicht automatisch die Einstellung „Schleudern aus“.

Kann die Maschine nur „niedrig schleudern“, würde ich bei einem klaren Verbot nicht improvisieren. Besser ist ein Programm mit Abpumpen ohne Schleudern. Das Teil bleibt dann zwar deutlich nasser, lässt sich aber mit einem Handtuch schonend entwässern.

Warum starkes Schleudern Kleidung beschädigen kann

Beim Schleudern wirken hohe Fliehkräfte auf Fasern, Nähte und Beschichtungen. Das Problem ist nicht nur das schnelle Drehen, sondern auch das Gewicht des nassen Textils. Ein schwerer Wollpullover kann sich dadurch verziehen, während eine feine Viskosebluse ihre Passform verliert oder deutlich stärker knittert.

Empfindliche Fasern und Strukturen

Wolle kann durch Reibung und Bewegung verfilzen. Bei Seide und Spitze sind dagegen feine Fäden, Kanten und Oberflächen besonders empfindlich. Viskose wirkt im nassen Zustand oft instabil und kann sich beim Herausnehmen oder Schleudern verziehen.

Auch wattierte Jacken, Kleidungsstücke mit Pailletten und Textilien mit Beschichtungen verdienen besondere Vorsicht. Durch kräftiges Schleudern können Füllungen verrutschen, Applikationen sich lösen oder Membranen Schaden nehmen. Das passiert nicht bei jedem Waschgang, ist bei empfindlichen Teilen aber ein unnötiges Risiko.

Lesen Sie auch: Schonwaschgang richtig nutzen - für empfindliche Wäsche

Schonend entwässern ohne Auswringen

Nach dem Waschen drücke ich das Wasser zunächst vorsichtig aus, ohne den Stoff zu verdrehen. Noch besser funktioniert die Handtuchmethode. Das Kleidungsstück wird auf ein saugfähiges Handtuch gelegt, eingerollt und leicht angedrückt. Das Handtuch nimmt viel Feuchtigkeit auf, ohne die Fasern mechanisch zu quälen.

Schwere Strickteile sollten flach auf einem Wäscheständer oder einem trockenen Handtuch liegen. Leichte, formstabile Textilien können tropfnass aufgehängt werden. Ein nasser Wollpullover gehört dagegen nicht auf einen dünnen Bügel, weil sein Eigengewicht die Schultern ausleiern kann.

Die Trocknung gehört zum Schleuderverbot dazu

Wer das Schleudern ausschaltet, verlängert die Trocknungszeit. Das ist normal und kein Zeichen dafür, dass das Waschprogramm nicht funktioniert. Entscheidend ist, die zusätzliche Feuchtigkeit nicht durch direkte Hitze oder falsches Aufhängen ausgleichen zu wollen.

Ein Quadrat mit Kreis zeigt, ob der Trockner erlaubt ist. Ist dieses Symbol durchgestrichen, sollte das Kleidungsstück nicht in den Trockner. Das gilt besonders häufig für Wolle, Seide, feine Synthetik und beschichtete Textilien.

  • Wolle und schwere Strickwaren flach trocknen.
  • Feine Blusen in Form ziehen und an einem luftigen Ort trocknen.
  • Empfindliche Farben nicht in die pralle Sonne legen, sofern das Etikett davor warnt.
  • Heizkörper und direkte Heißluft vermeiden, da sie Fasern austrocknen oder verformen können.
  • Das Kleidungsstück während des Trocknens gelegentlich glattstreichen, statt es später mit hoher Hitze zu bügeln.

Ich halte es für einen häufigen Fehler, die Waschmaschine zwar vorsichtig einzustellen, das Kleidungsstück danach aber tropfnass über einen Bügel zu hängen. Waschen und Trocknen bilden eine Einheit. Erst beide Schritte zusammen entscheiden, ob die ursprüngliche Form erhalten bleibt.

Die sichere Entscheidung bei unklaren Wäschezeichen

Wenn das Pflegeetikett schwer lesbar ist oder die Symbole widersprüchlich wirken, orientiere ich mich am empfindlichsten Hinweis. Bei zwei Unterstrichen heißt das praktisch, die Mechanik stark zu reduzieren und das Schleudern auszuschalten. Bei Handwäsche wird nicht gerieben, nicht gewrungen und nur vorsichtig ausgedrückt.

Ein einzelner Unterstrich bedeutet dagegen nicht automatisch ein absolutes Schleuderverbot. Er verlangt einen milden Prozess mit niedriger Drehzahl. Die sichere Faustregel lautet deshalb je mehr Unterstriche, desto weniger Bewegung und Schleudern. So bleibt das Kleidungsstück länger in Form, auch wenn das Trocknen ein wenig mehr Zeit braucht.

Häufig gestellte Fragen

Im offiziellen GINETEX-System gibt es kein eigenständiges Pflegezeichen nur für das Schleudern. Meist zeigen ein oder zwei Unterstriche unter dem Waschbottich an, dass die Mechanik reduziert werden soll. Das durchgestrichene Schleudersymbol findet sich vor allem am Bedienfeld der Waschmaschine und steht dort für Schleudern aus.

Ein Unterstrich steht für einen milden Waschgang mit reduzierter Beladung und niedriger Schleuderdrehzahl, etwa 400 bis 800 Umdrehungen pro Minute. Zwei Unterstriche verlangen eine sehr schonende Behandlung mit deutlich weniger Bewegung; bei solchen Textilien sollte das Schleudern möglichst ausgeschaltet werden.

Das Wasser sollte vorsichtig ausgedrückt und nicht herausgewunden werden. Die Handtuchmethode entzieht zusätzliche Feuchtigkeit, indem das Kleidungsstück eingerollt und leicht angedrückt wird. Schwere Wolle trocknet flach, während leichte, formstabile Textilien tropfnass aufgehängt werden können.

Bei einem klaren Schleuderverbot sollte ein Programm mit Abpumpen ohne Schleudern gewählt werden. Anschließend lässt sich das Kleidungsstück mit einem Handtuch schonend entwässern. Bei zwei Unterstrichen oder Handwäsche ist eine Einstellung mit 0 Umdrehungen die sichere Wahl.

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Josip Bruns

Josip Bruns

Mein Name ist Josip Bruns und seit vier Jahren beschäftige ich mich intensiv mit den Themen Technik, Haushalt und Lifestyle-Trends für hausgeraete-lehmann.de. Meine Faszination für innovative Haushaltsgeräte und die sich stetig wandelnden Wohntrends begann schon früh, und es bereitet mir große Freude, dieses Wissen mit Ihnen zu teilen. Ich lege Wert darauf, komplexe technische Details verständlich aufzubereiten und Ihnen praktische Tipps an die Hand zu geben, damit Sie fundierte Entscheidungen treffen können. Dabei ist es mir wichtig, stets aktuelle Entwicklungen im Auge zu behalten und Ihnen verlässliche, gut recherchierte Informationen zu bieten, die Ihnen im Alltag wirklich weiterhelfen.

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